Weiterbildung in „schrägen Lagen“

Flugring Salzburg kooperiert mit Spins & More

„Die gefährlichste Situation ist immer das Starten und Landen. 80 Prozent der Stall/Spin-Unfälle passieren in Platzrundenhöhe.“ So verdeutlichte Martin Wörndl, Chief Theoretical Knowledge Instructor bei Spins & More eine Problematik, die mancher GA-Pilot gerne verdrängt. Keine Scheu, die eigenen Flight-Safety-Kenntnisse in Theorie und Praxis aufzufrischen, zeigten dann sechs Fluglehrer des Flugrings Salzburg beim ersten Upset Recovery and Prevention Training (UPRT) mit Spins & More in Salzburg.


Zur Weiterbildung in „schrägen Lagen“ gehörte in Salzburg ein dreistündiger Theorie-Teil mit Martin Wörndl und Norbert Hundsberger, dem Head of Training bei Spins & More. Ziel der Kooperation des Salzburger Vereins mit der „Flugsicherheits-Flugschule“ ist es, die eigene Herangehensweise an das Thema Gefahreneinweisung und Flight Safety weiter zu verbessern. „Stall gleich Speed, das ist eine falsche Annahme“, betonte Norbert Hundsberger, „zu jeder Stall Speed gehört ein Flugzustand, also gibt es auch nicht nur eine einzige Stall-Geschwindigkeit“.

Wie sich ein Stall „anfühlt“, der nicht mit Blick nach außen, sondern auf den Boden des Flugzeugs geflogen wird, konnten die Teilnehmer des UPRT-Trainings anschließend selbst ausprobieren. Die voll kunstflugtaugliche Super Decathlon ermöglichte es den Fluglehrern, ihre Fähigkeiten im fliegerischen Grenzbereich zu trainieren. Bewusstes Ein- und Ausleiten des Trudelns sollte wieder verstärkt in die Aus- und Weiterbildung für Fluglehrer integriert werden, meinen die Verantwortlichen bei Spins & More. „Wir leiten zwar als Fluglehrer Stalls ein, aber wir wissen nicht immer, wie wir Trudeln wieder ausleiten, falls wir unabsichtlich hineingeraten.“

Die abschließende praktische Upset-Prevention and Recovery-Lesson auf der Super Decathlon kam im Kreis der Flugring-Fluglehrer positiv an. „Das ist eine Horizonterweiterung, denn im Fliegen ist Theorie allein zu wenig“, meinte Gerhard Reiffinger, der selbst seit 1999 Fluglehrer ist. Thomas Hasenburger sieht in der gängigen Meinung, die beste Lösung für mehr Flugsicherheit sei „Spin-Vermeidung“, nur die halbe Wahrheit. Der 1. Vorsitzende des Flugrings war vom Flight-Safety-Refresher ebenfalls angetan: „Es ist gut, dass man die eigene Koordination im Flieger bewusst neu schulen muss.“ Für Fluglehrer eine Selbstverständlichkeit, meint Hasenburger, daher habe man die erste Möglichkeit genutzt, sich in Sachen Upset Recovery Training auf den neuesten Stand zu bringen.
Iris Melcher